DTZ Sprechen: Tipps

DTZ Sprechen: Tipps

Deutsch-meister10. April 2026
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DTZ Sprechen: Tipps

⚠ Sprechen — der einzige Abschnitt, der die gesamte Prüfung annullieren kann

Wenn Ihr Ergebnis im Sprechen unter dem Niveau A2 liegt, erhalten Sie kein Zertifikat, selbst wenn alle anderen Abschnitte auf B1 bestanden sind. Dies ist die offizielle Regel von g.a.s.t., und es gibt keine Ausnahmen.

16 Minuten. Zwei Prüfer. Ein Partner-Kandidat. Sprechen ist für die meisten Menschen der stressigste Teil des DTZ. Aber es gibt gute Nachrichten: Die Struktur des mündlichen Teils ist klar und unverändert, die Aufgaben sind vorhersehbar, und das erforderliche Niveau ist bei richtiger Vorbereitung gut erreichbar.

5. April 2025 · 9 Min. Lesezeit


INHALT

  1. Warum „unter A2“ = kein Zertifikat
  2. Format: 3 Teile in 16 Minuten
  3. 5 Bewertungskriterien (offiziell)
  4. Teil 1 — Sich vorstellen
  5. Teil 2 — Erzählen zum Foto
  6. Teil 3 — Gemeinsame Planung
  7. Strategien und Tipps
  8. 5 typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Warum „unter A2“ = kein Zertifikat

Nach den offiziellen DTZ-Regeln (g.a.s.t.) ist das Ergebnis im Abschnitt Sprechen eine zwingende Mindestvoraussetzung für den Erhalt eines Zertifikats:

✅ Sprechen A2 oder höher → Zertifikat möglich

Das Zertifikatsniveau hängt von der Kombination aller drei Abschnitte ab.

❌ Sprechen unter A2 → kein Zertifikat

Auch wenn Hören+Lesen = B1 und Schreiben = B1 sind — kein Zertifikat.

Einfach gesagt: Sprechen ist Ihr „Eintrittsticket“ zum Zertifikat. Ohne dieses gibt es nichts.


1. Format: 3 Teile in 16 Minuten

Sprechen ist eine Paarprüfung: zwei Kandidaten gleichzeitig vor zwei Prüfern. Die Gesamtdauer beträgt etwa 16 Minuten. Die Prüfung ist in 3 Teile gegliedert.

Teil Was Sie tun Format Punkte (max.)
Teil 1A Sich anhand von Stichwörtern vorstellen Karte mit Stichwörtern 5
Teil 1B Antworten auf Fragen des Prüfers Fragen 5
Teil 2A Foto beschreiben und über eigene Erfahrungen erzählen Karte mit Foto 10
Teil 2B Antworten auf Fragen des Prüfers Fragen 10
Teil 3 Gemeinsame Planung einer Veranstaltung mit dem Partner Karte mit Stichpunkten 20

Die sprachlichen Kriterien II–V (Aussprache, Flüssigkeit, Grammatik, Wortschatz) werden für den gesamten mündlichen Teil (Teil 1–3) bewertet, nicht für jeden Teil einzeln. Deshalb ist es wichtig, das Niveau während der gesamten Prüfung zu halten.


2. 5 Bewertungskriterien (offiziell)

Zwei lizenzierte Prüfer bewerten unabhängig voneinander. Maximal 100 Punkte: 50 für Inhalt (Aufgabenbewältigung) und 50 für Sprache. Für B1 sind 75–100 Punkte erforderlich, für A2 35–74,5, darunter 35 = „unter A2“.

I

Aufgabenbewältigung — Erfüllung der Aufgaben (bis zu 50 Punkte)

Wichtigstes Kriterium. Bewertet jede der 5 Teilaufgaben (Teil 1A, 1B, 2A, 2B, 3) einzeln: ob Sie die Anforderungen der Aufgabe erfüllt haben.

II

Aussprache / Intonation (bis zu 10 Punkte)

Aussprache und Intonation. Akzent ist erlaubt — Verständlichkeit ist wichtig, nicht das Fehlen eines Akzents.

III

Flüssigkeit — Sprachfluss (bis zu 10 Punkte)

Sprechen Sie ohne zu lange Pausen und Unterbrechungen? Natürliche Sprechgeschwindigkeit, kein Silbieren.

IV

Korrektheit — grammatikalische Richtigkeit (bis zu 15 Punkte)

Grammatikalische Strukturen, Deklination, Wortstellung. Fehler sind erlaubt, wenn das Verständnis nicht beeinträchtigt wird.

V

Wortschatz — Wortschatz (bis zu 15 Punkte)

Vielfalt und Angemessenheit des Wortschatzes. Vermeiden Sie Wiederholungen derselben einfachen Wörter.

Niveau Punkte Ergebnis
B1 75–100 B1-Zertifikat möglich (bei B1 in Hören+Lesen oder Schreiben)
A2 35–74,5 A2-Zertifikat möglich (bei A2 in einem anderen Abschnitt)
Unter A2 0–34,5 Kein Zertifikat — unabhängig von anderen Abschnitten

3. Teil 1 — Sich vorstellen

Tipp: Übe das Gelernte mit interaktiven Aufgaben — so bleibt es hängen.

B1-Übungen starten

Teil 1A: Sie erhalten eine Karte mit Stichwörtern (Name, Alter, Land, Familie, Beruf, Hobbys usw.) und stellen sich vor. Teil 1B: Der Prüfer stellt weitere Fragen zur Klärung.

STRATEGIE

  1. Bereiten Sie Ihre Vorstellung im Voraus vor und lernen Sie sie auswendig. Teil 1 ist der vorhersagbarste Teil. Sie kennen das Thema genau. Üben Sie eine klare Vorstellung von 1–1,5 Minuten.
  2. Erklären Sie jeden Punkt der Karte in vollständigen Sätzen. Nicht „Ukrainerin“, sondern „Ich komme aus der Ukraine und lebe seit zwei Jahren in München.“

4. Teil 2 — Erzählen zum Foto

Teil 2A: Sie erhalten ein Foto aus einer Zeitschrift und sollen beschreiben, was Sie sehen, und über eigene Erfahrungen zum Thema des Fotos erzählen. Teil 2B: Der Prüfer stellt weitere Fragen.

STRATEGIE

  1. Strukturieren Sie Ihre Antwort: Foto → Situation → Ihre Erfahrung. Beschreiben Sie zuerst, was Sie sehen (Ich sehe auf dem Foto...). Dann die Situation. Dann persönliche Erfahrung (Ich habe auch schon...).
  2. Schweigen Sie nicht, wenn Sie das genaue Wort nicht kennen. Beschreiben Sie es mit anderen Worten: „Ich weiß nicht, wie es auf Deutsch heißt, aber es ist ein Ort, wo man Lebensmittel kauft.“ Das zeigt kommunikative Kompetenz.

5. Teil 3 — Gemeinsame Planung

Der wichtigste Teil nach Punktzahl (20 von 50). Sie und Ihr Partner planen gemeinsam eine Veranstaltung — eine Party, eine Reise, die Organisation eines Treffens. Beide erhalten eine Karte mit Stichpunkten und müssen eine gemeinsame Entscheidung treffen.

STRATEGIE

  1. Machen Sie Vorschläge und reagieren Sie auf die Vorschläge des Partners. „Ich schlage vor, dass wir...“, „Das ist eine gute Idee, aber vielleicht könnten wir auch...“ — zeigt Interaktion.
  2. Lassen Sie den Partner sprechen. Teil 3 bewertet den Dialog, nicht den Monolog. Wenn Sie die ganze Zeit sprechen — das ist ein Minus. Stellen Sie Fragen: „Was denkst du? Wärst du damit einverstanden?“
  3. Besprechen Sie alle Punkte der Karte. Gehen Sie alle Stichpunkte der Aufgabe durch — das zeigt die Erfüllung der Aufgabe (Aufgabenbewältigung).

6. Allgemeine Strategien und Tipps

  1. Akzent ist kein Problem. Bewertet wird Verständlichkeit, nicht das Fehlen eines Akzents. Sprechen Sie klar, nicht zu schnell — das ist wichtiger als „wie ein Muttersprachler zu klingen“.
  2. Halten Sie nicht komplett inne, wenn Sie ein Wort vergessen. Verwenden Sie Füllwörter: „Also...“, „Ich meine...“, „Moment, wie sagt man das...“ — das ist natürlich und wird nicht bestraft.
  3. Üben Sie täglich laut zu sprechen. Selbst 10–15 Minuten tägliches Sprechen auf Deutsch — Beschreiben, was Sie sehen, Nachrichten nacherzählen, Selbstgespräche — verbessert die Flüssigkeit deutlich in 4–6 Wochen.

7. 5 typische Fehler

  1. Schweigen bei Schwierigkeiten. Lange Pausen verringern die Flüssigkeit. Besser einen unvollständigen Satz sagen oder eine Umschreibung verwenden, als 10 Sekunden zu schweigen.
  2. Zu leise oder unsicher sprechen. Prüfer bewerten, was sie hören. Sprechen Sie klar, in normalem Tempo — nicht hetzen und nicht nuscheln.
  3. Den Partner in Teil 3 ignorieren. Teil 3 ist ein Dialog. Wenn man alleine ohne Interaktion spricht, sinkt die Punktzahl für Aufgabenbewältigung.
  4. Sich nicht auf Teil 1 vorbereiten. Sich vorstellen ist der einzige 100% vorhersagbare Teil. Keine Vorbereitung bedeutet den Verlust von „leichten“ Punkten.
  5. Sehr kurz auf Fragen antworten. „Ja“ oder „Nein“ reicht nicht. Erweitern Sie Ihre Antwort: „Ja, ich koche sehr gern, weil es mich entspannt und ich gerne neue Rezepte ausprobiere.“

8. Häufige Fragen zum DTZ Sprechen

Warum kann Sprechen die gesamte DTZ-Prüfung annullieren?

Nach den offiziellen g.a.s.t.-Regeln: Wenn das Ergebnis im Sprechen unter A2 liegt (also weniger als 35 Punkte von 100), erhalten Sie kein Zertifikat. Selbst wenn Hören+Lesen und Schreiben auf B1-Niveau bestanden sind. Sprechen ist eine zwingende Mindestvoraussetzung.

Wie lange dauert das DTZ Sprechen?

Etwa 16 Minuten. Es ist eine Paarprüfung — zwei Kandidaten mit zwei Prüfern. Besteht aus 3 Teilen: Teil 1 (sich vorstellen), Teil 2 (Foto), Teil 3 (gemeinsame Planung).

Wie viele Punkte braucht man im Sprechen für A2?

Für das Niveau A2 im Sprechen sind 35–74,5 Punkte von 100 erforderlich. Für B1 sind 75–100 Punkte nötig. Unter 35 Punkte = „unter A2“, kein Zertifikat.

Wird ein Akzent im DTZ Sprechen bestraft?

Nein. Das Kriterium Aussprache/Intonation bewertet Verständlichkeit, nicht das Fehlen eines Akzents. Ein fremder Akzent senkt die Punktzahl nicht, wenn die Sprache verständlich ist.


Fazit

Sprechen ist der wichtigste Teil des DTZ nicht, weil er die meisten Punkte bringt, sondern weil er eine zwingende Voraussetzung für jedes Zertifikat ist. Gute Nachricht: Die Struktur ist klar, die Aufgaben sind vorhersehbar, und das Niveau A2+ ist bei regelmäßiger Sprechpraxis erreichbar.

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