
Berufssprachkurs (BSK): Was ist das, wer hat Anspruch — alles zum DeuFöV 2026
Nach dem Integrationskurs ist für viele Migranten Deutsch auf B1-Niveau — aber der erste Blick auf Stellenanzeigen macht deutlich: B1 reicht für die meisten Fachkräftestellen nicht aus. Pflegekräfte brauchen B2, manchmal C1. Bürojobs verlangen fließendes Deutsch. Handwerker, die mit Kunden kommunizieren, müssen sich klar ausdrücken können. Das B1 vom Integrationskurs ist ein Anfang — aber noch keine Eintrittskarte in den deutschen Arbeitsmarkt.
Genau für diese Lücke gibt es den Berufssprachkurs (BSK). Er ist staatlich gefördert, wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) organisiert und ist für die meisten Teilnehmenden kostenlos. Und er führt — je nach Kurstyp — von B1 auf B2, C1 oder sogar C2. Was genau das ist, wer Anspruch hat, welche Kurse es gibt und wie man sich anmeldet — das erklärt dieser Artikel.
Das Wichtigste vorab: Seit dem 1. Januar 2025 werden Berufssprachkurse priorisiert. Nicht alle Kurstypen stehen momentan in gleichem Umfang zur Verfügung. B2-Berufssprachkurse können nahezu bedarfsdeckend angeboten werden — das macht den B2-BSK zum wichtigsten und zugänglichsten Format gerade für Menschen, die Deutsch für den Beruf dringend ausbauen müssen.
Was ist der Berufssprachkurs — und was unterscheidet ihn vom Integrationskurs?
Der Integrationskurs bringt Menschen auf B1-Niveau — mit Fokus auf allgemeines Alltagsdeutsch: Einkaufen, Wohnen, Behördengänge, Familie. Gut für den Einstieg ins Leben in Deutschland. Aber Deutsch am Arbeitsplatz funktioniert anders: Man schreibt E-Mails an Kollegen, telefoniert mit Kunden, liest Fachunterlagen, nimmt an Besprechungen teil.
Der Berufssprachkurs (offiziell: berufsbezogene Deutschsprachförderung nach § 45a AufenthG, geregelt durch die Deutschsprachförderverordnung DeuFöV) baut direkt auf dem Integrationskurs auf. Er vermittelt berufsbezogenes Deutsch — mit Themen und Situationen aus echten Berufsfeldern, von Pflege über Handel bis zu Technik und Recht.
A1–A2
Anfänger
Integrationskurs
B1
Ende Integrationskurs
DTZ-Prüfung
BSK
Berufssprachkurs
startet hier
B2
Ziel Basis-BSK
Prüfung DTB B2
C1/C2
Ziel Aufbau-BSK
Akademische Berufe
Integrationskurs vs. Berufssprachkurs — auf einen Blick:
| Merkmal | Integrationskurs | Berufssprachkurs |
|---|---|---|
| Ziel | Allgemeines Alltagsdeutsch bis B1 | Berufsbezogenes Deutsch ab B1 bis B2/C1/C2 |
| Inhalte | Alltag, Behörden, Familie, Wohnen | Berufskommunikation, Fachsprache, Bewerbung |
| Dauer | 600–900 UE | 100–500 UE je nach Kurstyp |
| Kosten | Grundsätzlich kostenlos für Berechtigte | Grundsätzlich kostenlos (Ausnahmen s. unten) |
| Abschluss | DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer) | Zertifikat DTB B2 oder telc-Prüfung |
| Voraussetzung | Aufenthaltsstatus | B1-Kenntnisse + Berechtigung |
Den Berufssprachkurs kann man erst beginnen, wenn B1 nachgewiesen ist. Auf DeutschMeister bereiten Sie sich gezielt auf den DTZ B1 vor — der Schlüssel für alles Weitere.
Wer hat Anspruch auf einen Berufssprachkurs?
Der BSK richtet sich an ein breites Publikum: Zugewanderte aus Drittstaaten, EU-Bürger und auch Deutsche mit Migrationshintergrund, die keine ausreichenden Deutschkenntnisse für den Arbeitsmarkt haben. Voraussetzung ist im Regelfall der Nachweis von B1-Kenntnissen.
Im Einzelnen haben folgende Personengruppen Anspruch auf Teilnahme:
| Personengruppe | Anspruch / Zugang | Zuständige Stelle |
|---|---|---|
| Jobcenter-Kunden (SGB II) | Direkte Berechtigung durch das Jobcenter; häufig automatisch vorgeschlagen | Jobcenter |
| Arbeitsagentur-Kunden (SGB III) | Berechtigung auf Antrag bei der Agentur für Arbeit | Agentur für Arbeit |
| Beschäftigte (mit Arbeitsvertrag) | Anspruch auf bestimmte Kurstypen (Job-BSK); Arbeitgeber kann Antrag stellen | BAMF direkt oder über Arbeitgeber |
| Auszubildende | Azubi-BSK spezifisch für Auszubildende | Agentur für Arbeit / BAMF |
| Anerkennungssuchende | Anerkennungs-BSK für Menschen im Anerkennungsverfahren | BAMF direkt |
| Frühpädagogisches Fachpersonal | Frühpädagogik-BSK für Erzieher/Kita-Personal | BAMF direkt |
| Geflüchtete mit Aufenthaltsgestattung | Zugang über BAMF-Zulassung (§ 44 Abs. 4 AufenthG) | BAMF |
| Deutsche mit Migrationshintergrund | Wenn unzureichende Deutschkenntnisse für Arbeitsmarkt nachgewiesen | Jobcenter / Agentur für Arbeit |
Wichtig: Eine Privatteilnahme am BSK ohne offizielle Berechtigung ist nicht möglich. Man braucht immer eine Berechtigung (Zulassung) durch Jobcenter, Agentur für Arbeit oder BAMF. Wer direkt bei einem Kursträger anfragt, ohne Berechtigung mitzubringen, kann nicht aufgenommen werden.
Die verschiedenen Kurstypen — welcher ist der richtige?
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Вправи B2 →Der BSK ist kein einheitliches Programm, sondern ein System aus verschiedenen Kurstypen, die auf unterschiedliche Zielgruppen und Berufssituationen zugeschnitten sind. Hier sind die wichtigsten — mit aktualisiertem Stand ab 2025.
Basis-BSK — von B1 auf B2
Der häufigste und wichtigste Kurstyp. Er führt von B1 auf B2 und endet mit einer anerkannten Abschlussprüfung — dem DTB B2 (Deutsch-Test für den Beruf B2) oder einer telc-Prüfung auf B2-Niveau. Der Basis-BSK vermittelt berufsbezogene Sprachkenntnisse für allgemeine Berufsfelder.
Aufbau-BSK — von B2 auf C1/C2
Für Menschen, die bereits B2 haben und in akademischen Berufen, im Management oder in Berufen mit hohen Sprachanforderungen (z. B. Arzt, Jurist, leitende Pflegekraft) arbeiten wollen.
Job-BSK — arbeitsplatzbezogen, für Beschäftigte
Konkret auf den Arbeitsplatz zugeschnitten — der Kurs kann sogar direkt beim Arbeitgeber durchgeführt werden. Kürzere Laufzeit, praxisnahe Inhalte, Fokus auf situationsbezogene Kommunikation am konkreten Arbeitsplatz.
Azubi-BSK — für Auszubildende
Speziell für Menschen, die eine Berufsausbildung (Ausbildung) absolvieren und dabei sprachliche Unterstützung im beruflichen Kontext brauchen.
Anerkennungs-BSK — für Anerkennungssuchende
Wer sich in einem Anerkennungsverfahren für einen ausländischen Berufsabschluss befindet und dafür Fachsprachkenntnisse auf B2-Niveau oder höher braucht, hat Zugang zu diesem speziellen Kurs.
Frühpädagogik-BSK — für Kita-Fachkräfte
Speziell für pädagogisches Personal in Kindertagesstätten, Krippen und ähnlichen Einrichtungen. Inhaltlicher Fokus auf frühpädagogische Fachsprache, Elterngespräche, Dokumentation.
Was kostet der Berufssprachkurs — und wer zahlt?
Das Finanzierungsmodell des BSK ist für die meisten Teilnehmenden sehr vorteilhaft: In der Regel ist die Teilnahme kostenlos. Nur unter bestimmten Einkommensbedingungen entsteht ein Eigenbeitrag.
0 €
Für alle, die Bürgergeld (SGB II), Arbeitslosengeld I, Asylbewerberleistungen oder Sozialhilfe (SGB XII) beziehen.
Auch für Auszubildende in anerkannten Ausbildungsberufen.
50%
Für Beschäftigte mit zu versteuerndem Einkommen über 20.000 € (bei Einzelveranlagung) bzw. über 40.000 € (bei gemeinsamer Veranlagung).
Dieser Anteil kann vom Arbeitgeber übernommen werden.
Erwerbstätiger mit 25.000 € Einkommen:
→ Eigenbeitrag ca. 2,42 € pro UE
→ Bei 300 UE Basis-BSK = ca. 726 € — kann vom Arbeitgeber übernommen werden.
Zusatz: Die Abschlussprüfung am Ende des BSK (DTB B2 oder telc-Prüfung) ist ebenfalls kostenlos — inklusive eines einmaligen Wiederholungsversuchs bei Nichtbestehen. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber privaten Sprachprüfungen, die 100–200 € kosten.
Wie meldet man sich an — Schritt für Schritt
Der Weg zum BSK läuft immer über eine Berechtigung — man kann sich nicht direkt beim Kursträger einschreiben, ohne diese Berechtigung mitzubringen. Der Prozess ist aber überschaubar.
Berechtigung holen — beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit
Wer Bürgergeld bezieht: Beim Jobcenter nachfragen und aktiv nach einem BSK fragen. Wer Arbeitslosengeld I bezieht: Agentur für Arbeit. Wer arbeitet und eine Berechtigung möchte: Beim BAMF direkt anfragen. Das Jobcenter stellt eine offizielle Berechtigung aus — ein Dokument mit Stempel und Unterschrift.
Sprachnachweis vorbereiten
Für den Basis-BSK (B1 → B2) braucht man einen Nachweis für B1. Das kann das DTZ-Zertifikat sein, ein Goethe-Zertifikat B1, telc B1 oder ein Einstufungstest beim Kursträger. Wenn das Zertifikat älter als 6 Monate ist, wird in vielen Fällen ein neuer Einstufungstest verlangt.
Kursträger in der Nähe finden
Auf der BAMF-Website gibt es eine Kursübersicht mit allen zugelassenen BSK-Trägern nach Postleitzahl. Volkshochschulen (VHS), Sprachschulen und Bildungsträger wie BBQ oder iOR sind häufige Anbieter. Anmeldung ist meist erst 4–6 Wochen vor Kursbeginn möglich.
Zur Anmeldung mitbringen
Gültige Berechtigung (Original mit Stempel und Unterschrift) · Aktuelles Sprachzertifikat oder Bereitschaft zum Einstufungstest · Personalausweis oder Reisepass mit Aufenthaltstitel · Ggf. Leistungsbescheid vom Jobcenter (für Kostenbefreiung).
Kurs absolvieren und Prüfung ablegen
Der BSK endet mit einer staatlich anerkannten Zertifikatsprüfung — DTB B2 oder telc-Prüfung. Das Zertifikat ist bundesweit anerkannt und kann in Bewerbungen und Lebensläufen angegeben werden. Wie bereits erwähnt: Die Prüfung ist kostenlos, inklusive eines Wiederholungsversuchs.
Wer mit starkem B1-Fundament in den Berufssprachkurs startet, macht schneller Fortschritte. Auf DeutschMeister üben Sie alle vier Sprachfertigkeiten im Prüfungsformat — ideal als Vorbereitung auf DTZ und BSK.
Was sich 2025 geändert hat — und warum es jetzt wichtiger ist, schnell zu handeln
Seit dem 1. Januar 2025 werden Berufssprachkurse vom BAMF priorisiert — das bedeutet: Nicht alle Kurstypen stehen in vollem Umfang zur Verfügung. Hier ist der aktuelle Stand:
| Kurstyp | Status ab 01.01.2025 |
|---|---|
| Job-BSK | ✅ Kann uneingeschränkt starten |
| Azubi-BSK | ✅ Kann uneingeschränkt starten |
| Frühpädagogik-BSK | ✅ Kann uneingeschränkt starten |
| Anerkennungs-BSK | ✅ Kann uneingeschränkt starten |
| Basis-BSK (B2) | ✅ Nahezu bedarfsdeckend verfügbar — der zugänglichste BSK-Typ |
| Fachpraxis-BSK | ⚠️ Derzeit nicht verfügbar |
| A2- und B1-BSK | ⚠️ Derzeit nicht verfügbar |
Was bedeutet das praktisch? Der wichtigste Kurs für die meisten Menschen — der Basis-BSK von B1 auf B2 — ist verfügbar. Wer B1 hat und in den Arbeitsmarkt will, kann jetzt einen BSK beginnen. Wer noch kein B1 hat, muss zuerst den DTZ bestehen — und kann dann ohne Wartezeit in den BSK einsteigen.
BSK und konkrete Berufsfelder — was bringt es wirklich?
Der Berufssprachkurs ist kein allgemeiner Sprachkurs mit leicht beruflichem Anstrich. Er ist konkret auf Berufsfelder zugeschnitten. Je nach Kursträger gibt es BSK-Angebote speziell für:
- Pflege und Gesundheit: Pflegeberichte schreiben, Patientenkommunikation, Übergabegespräche — direkte Vorbereitung auf die telc B1·B2 Pflege und die Fachsprachprüfung der Ärztekammer
- Handwerk und Technik: Werkstattsprache, Kundengespräche, Angebote und Rechnungen schreiben
- Kaufmann/-frau und Büro: E-Mails, Telefonate, Besprechungen, Dokumentation
- IT und Informatik: Projektsprache, technische Dokumentation, englisch-deutsche Fachterminologie
- Erziehung und Soziales: Elterngespräche, Protokolle, Teambesprechungen, Förderanträge
- Gastronomie und Hotellerie: Gästekommunikation, Bestellungen, Reklamationen
Das macht den Unterschied zum Integrationskurs: Man lernt nicht nur Deutsch — man lernt das Deutsch, das man am nächsten Montag auf der Arbeit braucht.
DeutschMeister · B1-Vorbereitung · Der Schlüssel zum BSK
Für den Berufssprachkurs braucht man B1 — auf DeutschMeister schafft man es
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Häufige Fragen zum Berufssprachkurs
Kann man den BSK starten, bevor man einen Job hat?
Ja. Der Basis-BSK ist nicht nur für Beschäftigte, sondern auch für Arbeitsuchende zugänglich — oft sogar mit stärkerer Förderung, weil das Jobcenter die Teilnahme aktiv unterstützt. Gerade für Menschen, die nach dem Integrationskurs Arbeit suchen, ist der BSK eine direkte Weiterführung des Sprachlernwegs.
Was passiert, wenn man die Abschlussprüfung nicht besteht?
Die Prüfung kann einmal kostenlos wiederholt werden — direkt im Anschluss an den Kurs oder kurz danach. Ein zweiter Wiederholungsversuch ist möglich, kann aber mit Kosten verbunden sein. Wer regelmäßig am Kurs teilnimmt und aktiv mitarbeitet, hat sehr gute Chancen, die Prüfung beim ersten Versuch zu bestehen.
Kann der Arbeitgeber den BSK für seine Mitarbeiter beantragen?
Ja — und das ist ausdrücklich gewünscht. Arbeitgeber können direkt beim BAMF einen Job-BSK für ihre Beschäftigten beantragen. Der Kurs kann sogar direkt im Betrieb stattfinden, wenn geeignete Räumlichkeiten vorhanden sind. Arbeitgeber, die ihren internationalen Mitarbeitern sprachliche Unterstützung ermöglichen, profitieren von besserer Integration, niedrigerer Fluktuation und höherer Produktivität.
Wie lange dauert der Basis-BSK, und wie viel Zeit pro Woche braucht man?
Der Basis-BSK hat einen Gesamtumfang von 300–400 Unterrichtseinheiten (UE). In Vollzeit (20–25 UE pro Woche) dauert das etwa 3–4 Monate. In Teilzeit (8–19 UE pro Woche) entsprechend länger — ca. 4–6 Monate. Viele Kurse finden auch abends oder samstags statt, um Berufstätigkeit und Kurs zu kombinieren.
Welches Zertifikat bekommt man am Ende des BSK?
Am Ende des Basis-BSK steht eine Zertifikatsprüfung — in der Regel der DTB B2 (Deutsch-Test für den Beruf B2) oder eine telc-Prüfung auf B2-Niveau. Das ausgestellte Zertifikat ist bundesweit und international anerkannt und kann direkt im Lebenslauf unter Sprachkenntnisse eingetragen werden: „Deutsch B2 (DTB B2, [Datum])".
Kann man den BSK auch online absolvieren?
Ja. Seit 2020 sind Online-Berufssprachkurse und hybride Formate (teils Präsenz, teils online) möglich und zugelassen. Nicht alle Kursträger bieten alle Formate an — bei der Suche nach einem Kursträger gezielt nach Online-Optionen fragen. Online-BSK sind besonders praktisch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder in Regionen mit wenigen Kursangeboten.
Was ist der Unterschied zwischen BSK und Integrationskurs — muss man beides machen?
Der Integrationskurs ist der erste Schritt und führt zu B1. Der BSK ist der zweite Schritt und führt zu B2 oder darüber. Man muss nicht beides machen — wer aus einem anderen Weg bereits B1 nachweisen kann (z. B. Goethe B1, telc B1, DTZ), kann direkt in den BSK einsteigen, ohne den Integrationskurs absolviert zu haben.
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