
DTZ B1 Sprechen Teil 1: Sich vorstellen mit 6 Stichworten — Strategie und Musterdialog
Der erste Moment in der mündlichen Prüfung ist immer der nervöseste. Man betritt den Raum, sieht zwei fremde Menschen, bekommt ein Blatt mit ein paar Wörtern darauf — und soll auf Deutsch über sich selbst sprechen. Für viele Menschen, die Deutsch als dritte oder vierte Sprache lernen, ist das keine kleine Sache.
Aber hier ist meine ehrliche Einschätzung nach allem, was ich über den DTZ weiß: Sprechen Teil 1 ist der günstigste Prüfungsteil von allen. Das Thema ist immer dasselbe — man selbst. Die Stichworte sind immer dieselben sechs. Es gibt keine Überraschungen. Wer sich gut vorbereitet, geht mit einer fertigen Mini-Geschichte in die Prüfung — und muss nur noch sprechen.
Dieser Artikel zeigt genau, wie das geht: was in Teil 1 passiert, wie man bewertet wird, wie ein guter Musterdialog aussieht und welche Fehler man vermeiden sollte.
Auf einen Blick: Sprechen Teil 1 = ca. 4 Minuten für beide Teilnehmenden · Teil 1A: Vorstellung anhand von 6 Stichworten · Teil 1B: eine Zusatzfrage des Prüfers · Beide Teile je 5 Punkte = 10 von 100 möglichen Sprechpunkten · B1 ab 75 Punkten gesamt · Paarprüfung mit einem zweiten Kandidaten.
Wie läuft Teil 1 genau ab?
Die mündliche DTZ-Prüfung findet fast immer als Paarprüfung statt — zwei Kandidaten, zwei Prüfer. Teil 1 dauert insgesamt ca. 4 Minuten für beide Teilnehmenden. Das heißt: Pro Person etwa 2 Minuten — 1 Minute für die Vorstellung, 1 Minute für die Zusatzfrage. Das ist nicht viel.
Der Ablauf ist immer gleich: Prüfer stellt sich vor, begrüßt beide Kandidaten. Dann beginnt Kandidat A. Er oder sie stellt sich anhand der Stichworte auf dem Aufgabenblatt vor. Der Prüfer stellt eine Nachfrage (Teil 1B). Dann ist Kandidat B dran — dasselbe Blatt, dieselbe Struktur.
| Phase | Was passiert | Dauer | Punkte |
|---|---|---|---|
| Teil 1A | Vorstellung anhand der 6 Stichworte — frei sprechen, Blatt als Hilfe | ca. 1 Min. pro Person | 5 Pkt. |
| Teil 1B | Prüfer stellt eine Zusatzfrage → Kandidat antwortet | ca. 1 Min. pro Person | 5 Pkt. |
| Teil 1 gesamt | Beide Teilnehmenden × (1A + 1B) | ca. 4 Min. | 10 Pkt. |
Das offizielle Aufgabenblatt — die sechs Stichworte
Das Aufgabenblatt für Teil 1 ist für beide Kandidaten identisch und sieht immer so aus — direkt aus dem offiziellen g.a.s.t.-Übungssatz:
Sechs Stichworte — das ist alles. Kein kompliziertes Thema, keine Überraschung. Wer zu jedem dieser sechs Punkte ein bis zwei Sätze sagen kann, hat Teil 1A bereits erfüllt. Das Wichtige: Es sind Stichworte als Hilfe — man muss sie nicht der Reihe nach abarbeiten. Ein natürlicher Gesprächsfluss ist sogar besser.
So klingt eine gute Vorstellung — Musterdialog Teil 1A
Hier ist ein komplettes Beispiel, wie eine B1-Vorstellung klingen könnte. Das ist keine auswendig gelernte Rede — es ist ein natürliches, zusammenhängendes Vorstellen, das alle sechs Stichworte einbaut.
Ich bin von Beruf Lehrerin. In der Ukraine habe ich Grundschulkinder unterrichtet, aber hier in Deutschland lerne ich noch Deutsch und suche gerade eine neue Stelle. Vielleicht kann ich auch hier mal wieder als Lehrerin arbeiten.
Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, sie ist sieben Jahre alt und geht schon in die Schule. Mein Mann arbeitet als Ingenieur.
Was Sprachen angeht: Meine Muttersprache ist Ukrainisch, ich spreche auch Russisch und Englisch — und jetzt natürlich Deutsch. Ich lerne seit anderthalb Jahren Deutsch, zuerst beim Integrationskurs und jetzt bereite ich mich auf den DTZ vor.
Was macht diese Vorstellung gut? Alle sechs Stichworte sind natürlich eingebaut — kein abgehaktes Aufzählen. Es gibt Verbindungen zwischen den Sätzen: „weil", „aber", „auch", „vielleicht". Der Ton ist persönlich und nicht wie eine Liste. Und es gibt Details, die zeigen, dass die Person wirklich kommuniziert — nicht nur Fakten nennt.
Die Zusatzfrage — Musterdialog Teil 1B
Порада: закріпіть прочитане інтерактивними вправами — так запам’ятається краще.
Вправи B1 →Nach der Vorstellung stellt der Prüfer eine Frage, die sich auf das Gesagte bezieht. Das ist Teil 1B — und das ist eigentlich der Moment, den viele unterschätzen. Es ist kein Verhör, keine Fangfrage. Der Prüfer knüpft an etwas an, was man gerade erzählt hat.
Der Schlüssel zu Teil 1B: Ausführlich antworten — nicht nur mit einem Satz. Der Prüfer will hören, ob man spontan und natürlich kommunizieren kann. Ein Wort oder eine kurze Phrase ist zu wenig. Zwei bis vier Sätze sind ideal. Und: Wenn man die Frage nicht vollständig verstanden hat, einfach freundlich nachfragen: „Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?" — das ist kein Fehler, das ist gute Kommunikation.
Auf DeutschMeister können Sie Ihre Vorstellung aufnehmen und ein Feedback zu Aussprache, Flüssigkeit und Vollständigkeit der Stichworte erhalten.
So wird man bewertet — die fünf Kriterien
Das Wichtige zuerst: Die Kriterien II bis V (Aussprache, Flüssigkeit, Korrektheit, Wortschatz) beziehen sich auf die gesamte mündliche Prüfung — alle drei Teile zusammen. Teil 1 hat also nur bei Kriterium I (Aufgabenbewältigung) einen eigenen Punktewert. Das bedeutet: Eine starke Leistung in Teil 1 kann eine schwächere in Teil 2 oder 3 ausgleichen.
| Punkte gesamt (Sprechen) | Niveau |
|---|---|
| 75–100 | B1 |
| 35–74,5 | A2 |
| 0–34,5 | Unter A2 |
Wichtiger Hinweis zum Sprechen: Das Sprechen ist der einzige DTZ-Teil, wo ein Ergebnis unter A2 das gesamte Zertifikat ungültig macht — unabhängig davon, wie gut man in Hören, Lesen und Schreiben war. Wer in Sprechen unter 35 Punkte bekommt, bekommt kein Zertifikat. Das macht den Sprechteil zum kritischsten Teil der ganzen Prüfung.
Was man zu jedem Stichwort sagen kann — mit Beispielen
Ich empfehle immer: Bereite für jedes Stichwort nicht nur eine Antwort vor, sondern eine kleine Geschichte — etwas, das man aneinanderhängen kann. Hier ist ein Muster:
Nützliche Phrasen für jede Situation in Teil 1
🚀 Einleitung / Start
- Gerne, ich stelle mich vor.
- Mein Name ist …
- Ich heiße …
- Also, ich fange mal an …
- Darf ich kurz etwas über mich erzählen?
🔗 Übergänge zwischen Punkten
- Was meinen Beruf angeht, …
- Zur Familie: Ich bin …
- Was Sprachen betrifft, …
- Außerdem möchte ich sagen, …
- Noch ein Punkt: Ich wohne …
💬 Auf Nachfrage reagieren
- Das ist eine interessante Frage.
- Also, dazu kann ich sagen …
- Wenn ich ehrlich bin, …
- Das liegt daran, dass …
- Ich denke, dass …
🔄 Wenn man etwas nicht versteht
- Könnten Sie das bitte wiederholen?
- Entschuldigung, ich habe das nicht ganz verstanden.
- Könnten Sie die Frage bitte anders formulieren?
- Meinen Sie …? Habe ich das richtig verstanden?
⏱️ Zeit zum Nachdenken
- Gute Frage, einen Moment …
- Hmm, das ist schwierig zu sagen …
- Also, ich überlege kurz …
- Wie soll ich das erklären …
- Ich bin nicht sicher, aber ich glaube …
✅ Abschluss / Ende
- Das wäre meine Vorstellung.
- Ich glaube, das ist das Wichtigste.
- Gibt es noch Fragen an mich?
- Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Die fünf häufigsten Fehler — und wie man sie vermeidet
Fehler 1: Die Vorstellung auswendig lernen und aufsagen
Fehler 2: Zu kurz antworten
Fehler 3: Ein Stichwort komplett vergessen
Fehler 4: Auf die Zusatzfrage (Teil 1B) einsilbig antworten
Fehler 5: Schweigen bei Verständnisproblemen
So bereitet man sich am besten vor
Sprechen Teil 1 ist der einzige DTZ-Teil, bei dem man 100% weiß, was kommt. Das ist ein riesiger Vorteil — und man sollte ihn nutzen.
Eigene Geschichte vorbereiten — aber nicht auswendig lernen
Für jedes der sechs Stichworte zwei bis drei Fakten + eine persönliche Anmerkung notieren. Dann die Reihenfolge üben: Wie kann man die sechs Punkte natürlich verbinden? Welche Verbindungsworte passen zwischen den Punkten?
Laut sprechen — täglich, auch alleine
Die Vorstellung jeden Tag laut sprechen — im Spiegel, beim Kochen, vor dem Einschlafen. Nicht lesen, sondern sprechen. Flüssigkeit entwickelt sich nur durch wiederholtes Sprechen, nicht durch stilles Lernen.
Mögliche Zusatzfragen üben
Die häufigsten Zusatzfragen sind vorhersehbar: Warum Deutschland? Was genau macht Ihr Mann? Seit wann lernen Sie Deutsch? Haben Ihre Kinder Freunde gefunden? Für jede dieser Fragen eine 3-Satz-Antwort vorbereiten und laut üben.
Mit jemandem üben — auf Deutsch
Einen Freund, Kurskollegen oder Familienmitglied bitten, den Prüfer zu spielen. Die Vorstellung machen, Zusatzfragen beantworten. Das echte Gespräch ist anders als das Denken in Stille — man braucht die Praxis.
Sich aufnehmen und anhören
Handy-Aufnahme der eigenen Vorstellung machen — und dann anhören. Ist es verständlich? Gibt es lange Pausen? Klingen die Sätze natürlich? Diese Selbstbeobachtung zeigt mehr als jedes Feedback von außen.
Jetzt du — Übungsaufgabe zum Selbsttest
Sprechen Sie die folgende Vorstellung laut — ohne sie vorher aufzuschreiben. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen dem Prüfer gegenüber. Dann stellen Sie sich die Frage darunter und antworten Sie spontan.
Aufgabe 1A — Stellen Sie sich vor:
Sprechen Sie 1–2 Minuten. Nutzen Sie alle sechs Stichworte: Name · Geburtsort · Wohnort · Arbeit/Beruf · Familie · Sprachen
Aufgabe 1B — Zusatzfrage:
„Sie haben erzählt, dass Sie [Sprache X] sprechen. Wie war es für Sie, eine neue Sprache zu lernen? Was war am schwersten?"
DeutschMeister · DTZ Sprechen · Teil 1 vorbereiten
Vorstellung üben — mit Feedback zu Aussprache und Vollständigkeit
Auf DeutschMeister können Sie Ihre Vorstellung aufnehmen und ein Feedback erhalten — ob alle Stichworte angesprochen wurden, ob der Ton natürlich klingt und wo Verbesserungspotenzial liegt. Zusätzlich gibt es Übungsszenarien für typische Zusatzfragen in Teil 1B.
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Häufige Fragen zu Sprechen Teil 1
Muss ich die Stichworte in der Reihenfolge auf dem Blatt abarbeiten?
Nein — die Reihenfolge auf dem Aufgabenblatt ist nur eine Orientierung. Der offizielle Leitfaden sagt ausdrücklich, dass die Leitpunkte „nicht nacheinander abgearbeitet werden müssen". Ein natürlicher Gesprächsfluss, der alle sechs Punkte einbaut, ist sogar besser bewertet als ein mechanisches Abhaken.
Was genau ist die Zusatzfrage in Teil 1B?
Die Zusatzfrage ist eine individuelle Nachfrage des Prüfers — basierend auf dem, was man gerade gesagt hat. Es gibt keine feste Liste. Typische Themen: Warum sind Sie nach Deutschland gekommen? Was machen Ihre Kinder? Wie lange lernen Sie schon Deutsch? Der Prüfer knüpft immer an etwas an, was man selbst erwähnt hat.
Darf man das Aufgabenblatt während der Vorstellung anschauen?
Ja — das Blatt liegt vor einem und darf benutzt werden. Es ist eine Hilfe, kein verbotenes Hilfsmittel. Wer merkt, dass ein Stichwort fehlt, kann kurz auf das Blatt schauen und es noch einbauen. Die Prüfer erwarten das.
Was passiert, wenn man in der Prüfung ins Stocken gerät?
Der Prüfer gibt Gesprächsimpulse — das steht sogar im offiziellen Leitfaden. Wenn jemand stockt, fragt der Prüfer nach: „Was machen Sie beruflich?" oder „Haben Sie Familie?" Das ist keine Strafe — es ist Unterstützung. Ruhig bleiben und auf die Frage eingehen.
Wie wirkt sich ein starker Akzent auf die Bewertung aus?
Ein Akzent allein kostet keine Punkte. Kriterium II (Aussprache/Intonation) beschreibt für B1: „spricht im Allgemeinen klar genug, um trotz eines merklichen Akzents verstanden zu werden." Verständlichkeit ist das Ziel — nicht muttersprachliche Aussprache. Wer deutlich und klar spricht, bekommt gute Punkte — auch mit Akzent.
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